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Asymmetrischer belasteter Huf­  (dorsale Ansicht)

Zehenlastiger Huf ­(laterale Ansicht)

  • Die untergeschobene Trachtenwand steht in deutlich flacheren Winkel zum Boden als die Zehenwand. Die sehr flache zum Boden stehende Zehenwand ist in der Mitte der Hornkapsel deutlich verbogen und pendelt nach vorne weg. 

  • Hornröhrchen verbiegen sich wie die Zehenwand in der Mitte der Hornkapsel und pendeln nach vorne weg. Dieser Huf wurde zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits 6 Monate durch mich als Huforthopädin in Ausbildung (Fachschule für Biomechanik und ganzheitliche Therapie  am Pferd) betreut. 

  • Das neu gebildete Horn ist in deutlich steilerem Winkel nach gewachsen. Aus diesem Grund neigt der untere Teil der Zehenwand verstärkt zum schnabeln.

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­Ein Zehenlastiger Huf kann sich bei einer angeborenen oder erworbenen Beugefehlstellung entwickeln.

Durch den verkürzten oder schmerzenden Sehnen- Muskelkomplex der Beugesehen, verlagert das Pferd sein Gewicht in den Zehenbereich. Der Tragrand im Zehenbereich erfährt einen erhöten Abrieb auf und wird zermürbt. Der Trachtenbereich erfährt zu wenig Abrieb und weisst einen Tragrandüberstand sowie einen breiten ausgeprägten Strahl auf. 

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Was sind die Grundprinzipien der huforthopädischen Hufbearbeitung ?

Bei der orthopädischen Hufbearbeitung nach den Grundprinzipien der FBP und FHS werden die ungünstigen Hebelwirkungen an den schräg zum Boden stehenden Seiten- und/oder Zehenwand mittels dem Raspelbild Rieddach minimiert. Die flach zum Boden stehenden Seiten- und/ oder Zehenwände werden durch das Rieddach in einem tragfähigen Winkel zum Boden gebracht. Dem Pferd wird dadurch ermöglicht sofort eine physiologischere Körperhaltung einzunehmen und seine Last gleichmässiger auf seinen Hufe zu verteilen. Die überlasteten Strukturen der Hornkapsel werden durch ein korrekt angelegtes Rieddach entlastet. Durch die physiologischere Belastung findet an der Hornkapsel ein gleichmässigerer Abrieb statt. Das Pferd kann evtuell eingenohmene Schonhaltungen aufgeben und das neu gebildete Horn kann in einem günstigeren und physiologischern Winkel zum Boden nachwachsen. 

Warum ist eine regelmässige Hufbearbeitung wichtig?

 

Um den Teufelskreis der Hufdeformation zu durchbrechen, müssen die Hebelwirkungen an den schräg zum Boden stehenden Seiten- und oder Zehenwänden regelmässig eliminiert werden, bevor das neu gebildete Horn im Kronrandbereich erneut nach aussen hin gezogen werden kann oder die Sohlenlederhaut durch Sohlen und Eckstrebenwülste erneut gequetscht wird.

 

In der Regel wird ein Bearbeitungsintervall von 4 Wochen gewählt. Bei stark deformierten Hufen oder Huferkrankungen wie Hufrehe oder nach der Eisenabnahme muss oftmals ein kürzerer Intervall gewählt werden. 

 

Denn nur mit einer regelmässigen und gezielten Hufbearbeitung können die langfristigen Ziele der Huforthopädie nach FBP erreicht werde.

 

 

 

 

 

 

Für das Pferd vier physiologisch geformte Hufe, welche einen bestmögliche Belastung und Bewegungsablauf zulassen.

 

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1b

1a

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Hufdeformationen aus der solearen  Ansicht
 

Wenn von oben nach unten auf das Bein bzw. den Huf geschaut wird ist festzustellen, dass das Pferd das Bein leicht nach aussen weg stellt (abbduktion). Die Gliedmasse steht nicht gerade über dem Huf.

 

Der Huf widerum weist eine leichte Rotation nach innen (medial) auf.

  • Der Kronrand wird bei der lateralen steilen Seitenwand nach oben geschoben, bei der medialen  flacher zum Boden stehenden Seitenwand ist der Kronrand niedriger.

  • Die laterale Seitenwand steht in steilerme Winkel zum Boden als die mediale Seitenwand. Die mediale Seitenwand ist leicht verbogen.

  • Der Huf weist zwei unterschiedliche Hufhälften auf. Auf der medialen Seite hat sich ein Zehenabweiser gebildet (Pfeil).­

Trachtenlastiger Huf (laterale Ansicht 

Quetschung der

Kronlederhaut 

 

Zerrung 

der 

Wandlederhaut 

  • Der Tragrand ist auf der medialen Seite stärker gerundet als lateral. Auf der lateralen Seite ist die Trachtenenkante nach innen verbogen.

  • Die laterale Eckstrebe 1a ist steiler, die mediale Eckstrebe 1b ist flacher und legt sich tendenziell mehr auf die Sohle

  • Medial weisst der Huf einen Tragrandüberstand auf. 

  • Die laterale Hufhälfte ist schmäler als die mediale Hufhälfte. 

Wie kann ich ein deformierter Huf erkenne?­

Die weiniger belasteten Strukturen der Hornkapsel wie zum Bsp. die Zehen- oder auch Seitenwand

wird überlang und verbiegen sich in der Folge nach aussenhin . 

Durch die schräg zum Boden stehenden evtl. verbogenen Seiten- oder Zehenwand wird die Wandlederhaut gezerrt und gleichzeitig im Kronrandbereich die Kronlederhaut gequetscht (Hebelwirkung).

 

Das Pferd nimmt auf Grund dieser unangenehmen bis schmerzhaften Hufzuständen eine Schonhaltung ein und stellt sich noch verstärkter auf die ohnehin schon überlasteten Strukturen der Hornkabsel wie zum Beisbiel den Trachtenbereich. Die Trachten werden in der Folge überlastet und beginnen verstärkt unter zu schieben und oder rollen ein.  

 

Wird diesem Prozess nicht durch eine gezielte regelmässige Hufbearbeitung einhalt geboten, können sich die Hufe ihres Pferdes mit der Zeit so deformieren bis allfällige Hufprobleme oder andere Erkrankungen entstanden sind. 

Eine Schonhaltung wirkt sich auf die ganze Biomechanik und den Bewegungsapperates des Pferdes aus .

Warum entstehen Hufdeformationen?

 

Wie wir Menschen, belasten auch die Pferde ihrer Hufe auf Grund ihrer Gliedmassenstellung individuell und unterschiedleich.

Das heisst, das Pferdes kann sich bevorzugt auf die laterale oder mediale Hufhälfte sowie in den Trachten- oder den Zehenbereich des Hufes stellen. 

Oft beginnt dieser Prozess bereits im Fohlenalter. Durch die Gewichtsverlagerung auf eine Hufhälfte und oder in den Trachtenbereich oder Zehenbereich erfährt die Hornkapsel einen ungleichmässigen Abrieb.

 

 

 

 

Bei unphysiologisch belasteten Hufen können sich Symptome wie in den folgenden Beispielen zeigen. Bei den meisten Pferden ist eine Mischform von unterschiedlichen Symptomen und Hufdeformationen anzutreffen. 

Huforthopädie